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Die Rosthorn-Gruft
am Friedhof St. Ruprecht in Klagenfurt
Das Bergbaumuseum und die Montan Gesellschaft Kärnten sind seit 7.
Februar 2000 im Besitz des immerwährenden und kostenfreien
Nutzungsrechtes an der Rosthorn-Gruft am Friedhof St.Ruprecht in
Klagenfurt.
Franz Serafin Ernestus Apollonius Edler von Rosthorn, geboren am
18.4.1796 in Wien, verstorben am 17.6.1877 in Klagenfurt, Gewerke und
Industrieller, ließ die Gruft für seine erste Frau Susanna Maria geb.
Hell, die am 9.3.1855 verstarb, errichten. In dieser Gruft wurden
insgesamt 23 Personen bestattet, größtenteils Familienmitglieder und
darunter, neben Franz von Rosthorn, sehr bekannte Kärntner
Persönlichkeiten wie z.B. Josef Leodegar Canaval (u.a. Gründungsmitglied
und 1. Kustos des Landesmuseums für Kärnten) oder dessen Sohn Richard
Franz Josef Canaval (Berghauptmann für Kärnten).
Die Wichtigkeit der Familie Rosthorn und deren Nachkommen für Kärnten
und Österreich aus montanistischer und aus wirtschaftlicher Sicht wurde
vom Montanhistoriker Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hans Jörg Köstler und auch
anderen in vielen Veröffentlichungen hervorgehoben und soll an dieser
Stelle nicht extra Erwähnung finden.
Besitzverhältnisse
Im November 1998 fand das erste Treffen mit Gabriele Taitl, der letzten
Nachkommin von Franz Edler von Rosthorn in gerader Linie, mit dem
Verfasser dieser Zeilen statt. Gabriele Taitl, zur damaligen Zeit
Inhaberin (Besitzerin) der Gruft, versuchte seit Jahren die letzte
Erinnerung an ihre Familie in Klagenfurt zu erhalten.
Das immerwährende und kostenfreie Nutzungsrecht (Ablauftermin ist das
Jahr 3000) auf die Rosthorn-Gruft wurde von Gabriele Taitl vertraglich
an die Montan Gesellschaft Kärnten übertragen und die zur Gruft
gehörenden beweglichen Objekte (Grab- und Wappensteine, Gitter, Särge
etc.) als Schenkung in den Inventarstand des Bergbaumuseums übernommen.
In den tatsächlichen „Besitz“ der Grabstätte kam Franz Edler von
Rosthorn durch einen Handel: Ein Teil der heutigen St. Ruprechter-Straße
(vormals Rosthorn-Besitz) wurde 1871 gegen das Grundstück „Grabstätte
105“ am Friedhof St. Ruprecht mit der Landeshauptstadt Klagenfurt
kostenfrei für beide Teile getauscht.
Die Grabstätte selbst befindet sich an der Südseite der heutigen Kirche
in unmittelbarer Nähe des Kircheneingangs. Die derzeitigen Ausmaße von 3
x 5 m entsprechen wahrscheinlich nicht mehr der damaligen Situation,
zumindest befindet sich der Abgang zur Gruft jetzt außerhalb des
eingezäunten Bereichs am Friedhofsweg. Gesichert durch 3 starke
Marmorplatten, die etwa 10 cm tief im Erdreich liegen und die vor einer
Begehung der Gruft entfernt werden müssen, erreicht man ein
unterirdisches Gewölbe mit den Ausmaßen von 220 x 230 x 140 cm (L/B/H),
gemauert aus Naturstein. Der Boden besteht aus gebrannten Ziegeln. Die
Lage der Gruft unter der oberflächigen Anlage wie auch die Anordnung des
Gittertores lassen auf eine ursprünglich andere Ausrichtung vor allem
des Haupt-Grabsteins schließen.
In der Gruft befinden sich 2 Metallsärge und zwar jene von Richard
Canaval und seiner Gattin Maria, sowie ein weiterer Sarkophag, der nicht
zugeordnet werden kann. Alle drei Modelle stammen aus der Prägeanstalt
und Sargfabrik Julius Maschner & Söhne (Wien) und waren im Zeitraum 1920
bis 1940 gebräuchlich. In den Särgen ruhen die Gebeine aller jemals in
der Gruft bestatteten Personen; eine auf Grund des schlechten Zustandes
älterer Särge notwendige Zusammenlegung der sterblichen Überreste wurde
durch Gabriele Taitl um 1990 veranlasst.
Die Sanierung der Gruft
Die absolut notwendige Sanierung der obertägigen Anlage (die Gruft
selbst wurde vom Bergbaumuseum im Sommer 2000 geöffnet und in sehr gutem
Zustand vorgefunden), konnte 2001 abgeschlossen werden.
Es war notwendig, Gitter und Einfriedung abzutragen und alle Grab– und
Wappensteine zu entfernen. Zwei aus neuerer Zeit stammende Urnengräber
(Wolfgang und Gertrude Ruckgaber) wurden geschliffen und die Urnen in
der Gruft beigesetzt. Die Grab- und Wappensteine wurden im
Bergbaumuseum restauriert.
Stark in Mitleidenschaft gezogen war, wie bereits erwähnt, das die
gesamte Grabanlage umfassende Gitter. Es stammt aus der ehemaligen
Rosthorn‘schen Fabrik in Wolfsberg und ist etwa zeitgleich wie jenes des
Herzogstuhls am Zollfeld anzusehen. Mehrere Fragmente, wie auch das
gesamte Zugangstor mussten nachgegossen werden. Der Rosthorn‘sche
Haupt-Grabstein konnte auf Grund seiner Größe nicht abgetragen werden
und wurde vor Ort durch Mitarbeiter des Bergbaumuseums behandelt.
Die Gruft aus kunsthistorischer Sicht
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Bott, Generaldirektor des Germanischen
Nationalmuseums in Nürnberg i.R., schrieb in einem vom Bergbaumuseum
erbetenen Gutachten 1999: „Sowohl die Erinnerung an die für
Klagenfurt und Kärnten bedeutende Familie von Rosthorn wie die
kunsthistorisch wertvolle Gestaltung der gesamten Grabstättenanlage mit
der Gruft, dem eisernen Gusszaun und dem Grabdenkmal in neogotischer
Form mitsamt dem Hinweis auf die Herstellungsfirma machen aus der
Grabstätte einen Erinnerungsort, der unbedingt in seiner ursprünglichen
Form erhaltenswert ist. Das Grabdenkmal der Familie von Rosthorn
verleiht dem Friedhof zusammen mit dem Grabmal für den Bischof Lidmansky
eine historische Dimension. ... Innerhalb der verordneten Tristheit der
übrigen Grabmäler des Friedhofes ist es ein herausragendes Denkmal der
Grabmalkultur.“
Kurzfassung aus:
G. Finding: Die Rosthorn-Gruft am Friedhof St. Ruprecht in Klagenfurt,
ersch. in ARSCHLEDER I, 2001, Seite 8ff
(ARSCHLEDER = Mitteilungsblatt der Montangesellschaft Kärnten) |
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Inschriften am Hauptgrabstein |
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Rosthorn-Wappen am Hauptgrabstein |
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Wappenstein Richard Canaval |
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Wappenstein Leodegar Canaval |
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Detail Grabstein Ernst Canaval |
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Grabstein Schulz-Glinski und Penecke |
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