BERGBAUMUSEUM KLAGENFURT


 

Montangeschichte Kärntens

Kärnten, seit dem Mittelalter bekannt als „reich an armen Lagerstätten“, betreibt heute – mit wenigen Ausnahmen - kaum mehr Bergbau. Zu hoch wären die Lohnkosten für ausgebildete Bergleute und zu gering der Ertrag an Bodenschätzen. Ausnahmen sind ein Bergwerk in Waldenstein am Fuße der Pack, wo Eisenglimmer abgebaut wird und ein weiterer Bergbau auf der Millstätter Alpe, wo bis vor kurzer Zeit Magnesit gewonnen wurde, dzt. der Abbau jedoch nur mehr stark reduziert erfolgt. Steinbrüche, die nach dem neuen Berggesetz ebenfalls zu den Bergbauen gehören, werden im Museum nur am Rande bzw. in einem anderen Zusammenhang behandelt (siehe Mineralogie).
Dass die heutige Situation in Kärnten nicht immer so war demonstriert im Museum eindrucksvoll eine Landkarte, auf der eine unvollständige Anzahl an heimischen Bergbauen und Schurfbetrieben verzeichnet ist. Von der Karte selbst ist fast nichts zu sehen, hunderte Eintragungen überlagern das Kartenwerk.

Der didaktische Schwerpunkt im Museum liegt nicht im Bereich der Technik, also dem Ausstellen von Maschinen und Geräten, sondern im sozialen Bereich. Ein Land, dessen Kultur seit den Kelten und Römern eng und hauptsächlich mit dem Bergbau verknüpft ist und dessen Menschen vom Mittelalter bis in die Neuzeit, also in der Zeit der montanistischen Hochblüte, Spuren hinterlassen haben, hat viel zu erzählen und Wissenswertes zu überliefern.

Anhand von Fotos, Urkunden und verschiedensten anderen Objekten wird das Leben der Bergleute, ihrer Familien und das soziale Umfeld beleuchtet. Das Museum zeigt vom Gewand der Bergleute, über die Habseligkeiten der einfachen Knappen bis zum Prunk reicher Gewerken eigentlich alles, was mit dem Leben allgemein zusammenhängt. Von der Geburt bis zum Tod wird alles berücksichtigt, was zum Wohlstand oder zur Armut der Menschen im Land beigetragen hat. Die Gründung der Konsum-Genossenschaft in Bleiberg / Kreuth wird ebenso behandelt, wie das ärmliche Spektrum der Freizeitgestaltung, die Prunkbauten Klagenfurts, die allesamt aus der „Goldenen Zeit“ des Bergbaues stammen, ebenso abgehandelt, wie die ärmlichen Behausungen von Knappen.

Die Zeile „Wo nähm’st du oh König die Krone wohl her, wenn tief in der Grube der Bergmann nicht wär“ stammt aus einem alten Bergmannslied und umschreibt gut das Verhältnis der schwerst arbeitenden Bevölkerungsschicht zu den Persönlichkeiten des Adels, die allesamt zumindest an den Erträgen der unzähligen Bergwerke beteiligt waren. Gehaltszettel von Bergarbeiterinnen aus dem vorigen Jahrhundert in direktem Vergleich gebracht zum Verdienst des Bergdirektors belegen krasseste Unterschiede und Statistiken hinsichtlich der Kosten für einfache Nahrungsmittel lassen erkennen, warum die durchschnittliche Lebenserwartung der Bergleute und ihrer Familien in der Vergangenheit nicht sehr hoch war.
Dem Aufkommen der großen Bergbaubetriebe Kärntens gegen Ende des 19. Jahrhunderts, denen zumeist ein Zusammenschluss kleinerer Gewerken zu Großbetrieben vorangegangen war, ist im Museum ein eigener Bereich gewidmet. Behandelt werden alle Betriebe der Bleiberger Bergwerks – Union, der Magnesitbergbau Millstätter Alpe, der Eisenerzbergbau Hüttenberg und Umgebung, der Eisenglimmer-Bergbau Waldenstein und mehrere Edelmetallbergbaue, wie natürlich auch das Waschen auf Gold im Bereich der Hohen Tauern und auf der Saualm (Kliening) gezeigt werden.     

Den Abschluss des montanistischen Bereichs bilden im Museum zwei Besucherwerkstätten, die sich mit der Nutzung und Verarbeitung des Goldes beschäftigen. Vorgestellt werden die Berufe des Goldschmiedes und des Vergolders. Besucher können unter Anleitung Gold ver- und bearbeiten, Medaillen schlagen und historische Werkzeuge aus dem Zeitraum 1825 bis etwa 1960 benützen. Gestiftet wurden die beiden Werkstätten vom Klagenfurter Juwelier Walter Kern und vom weltweit bekannten Restaurator Walter Campidell.
 

 

 

Bergmännische Bastelarbeit
unbekannter Herkunft
(verm. Eisenerz, Hüttenberg o.ä.)
um 1850 / 1900
Bergmann und Korpus holzgeschnitzt,
Kreuz und Umfeld aus Mineralien.
allseitig verglast
Höhe ca. 40 cm

 


Ehrenring
des bergmännischen Chores
MGV Morgensonne
(Kreuth bei Bad Bleiberg)
Der Ring ist aus Massivgold, punziert
und wurde für den seinerzeitigen Ehrenobmann
Stefan Wank gefertigt.

Abt. Eisenerzbergbaue in Kärnten
(Foto: Kunstverlag Peda, D-94034 Passau)

Abt. Grubenlampen und Gezähe
(Foto: Kunstverlag Peda, D-94034 Passau)


StartseiteRundgangAusstellungenInformationenVeranstaltungen

© BERGBAUMUSEUM KLAGENFURT 2006