Bunkergeschichte
Abteilung in Arbeit
dzt. nicht zugänglich!!!
Einem Führerbefehl Folge leistend, errichtete die Stadt Klagenfurt
im Auftrag der Gauleitung zum Schutz der Zivilbevölkerung ab 1942
mehrere Bunker-Anlagen. Als Standort für die beiden räumlich größten
wurden Steinbrüche am Kreuzbergl gewählt.
Die ursprüngliche Bezeichnung des heutigen Bergbaumuseums war „LS
Hangstollen Kreuzbergl – Einsiedler“. Mit dem Stollenvortrieb
beschäftigt waren lt. Zeitzeugen-Befragung etwa 40 italienische
Bergleute und britische Kriegsgefangene, die in Doppelschichten zu
je 8 Stunden täglich außer sonntags arbeiteten.
Der Bauplan für die Bunkeranlage ist mit Juni 1942 datiert, wobei
zum Zeitpunkt des ersten schweren Bombenangriffs auf Klagenfurt am
16.1.1944 der Luftschutzstollen noch nicht fertig gestellt war.
Einzelne am Plan ersichtliche Bereiche sind heute nicht vorhanden
(Lazarett). Befragungen von Zeitzeugen ergaben, dass die Stollen
1944 teilweise fertig geschlagen, jedoch nicht ausreichend armiert
und auch nur notdürftig eingerichtet waren. Die schutzsuchende
Bevölkerung hielt sich während der Bombardierung stehend oder
sitzend im Stollen auf und wartete den Angriff ab, bis einer der
Luftschutzhelfer – zumeist Jugendliche, die freiwillig die Arbeit
verrichteten – im Stollen rufend das Ende des Angriffs verkündeten.
Die Ausstattung bestand aus einfachen Bänken - zumeist Bretter, die
auf Steinen aufgelegt waren – einer elektrischen Beleuchtung und
einigen Holzfässern mit Trinkwasser. Manche Schutzsuchende brachten
selbst Sitzgelegenheiten mit (Holzkisten oder Dreibeine). Die
WC-Anlagen waren nur notdürftig fertig gestellt und - wie bereits
erwähnt - fehlte das unterirdische Lazarett. Geplant war ein eigener
Sanitäts-Bereich mit den Ausmaßen eines Tennisfeldes, worin
Operationssäle, Geburtenstation, Entgiftungsstellen und
Krankenzimmer für Leicht- und Schwerverletzte geschlechtlich
getrennt, vorgesehen waren. Die Zulieferung der Verletzten war über
den heutigen F. Welbich – Weg vorgesehen, ebenso der Abtransport von
Toten aus der dem Operationssaal angeschlossenen Leichenkammer.
Ein Bereich des LS Hangstollens ist am Bauplan als „Befehlsstelle
des Gaueinsatzstabes“ ausgewiesen, und zwar jener Bereich der
heutigen Felsenhalle (Halle des Kärntner Bergbaues). Ob Gauleiter
Dr. Friedrich Rainer die Bunkeranlagen am Kreuzbergl jemals benutzt hat ist ungewiss*. Einem Bericht der
„Kärntner Zeitung“ vom 19./20. Feber 1944 zufolge überließ Rainer
„den gesamten Bunker“ der Zivilbevölkerung, was Zeitzeugen auch
bestätigt haben. Sicher ist, dass er am 7.5.1945 gegen 23 Uhr seinen
Rücktritt live über den RRG-Sender (Reichsrundfunkgesellschaft) vom
Bunker aus bekannt gab.
Der LS Hangstollen Kreuzbergl-Einsiedler rettete tausenden
Klagenfurtern das Leben, was auf einer steinernen Gedenktafel am
Luftschacht-Turm auf der Spielwiese am Kreuzbergl nachzulesen ist.
Weitere Verwendung der Stollenanlage
Unter strenger Aufsicht und Kontrolle durch die britische
Besatzungsmacht ging am 8. Mai 1945 der Sender im Bunker wieder in
Betrieb und brachte Ansprachen der Vertreter der neuen, provisorisch
eingesetzten Landesregierung, sowie eine Rede des
Oberkommandierenden der britischen Truppen in Österreich: „Hier
spricht der freie Kärntner Landessender Klagenfurt“ waren um 19:30
Uhr die ersten Worte; es folgte die Bekanntgabe der deutschen
Gesamtkapitulation.
Der Zusammenschluss aller Sender im britischen Besatzungsbereich
Österreichs (Steiermark und Kärnten) führte später zur Bezeichnung
„Sendergruppe Alpenland“. Den Technikern unter Leitung von Ing.
Peter Goritschnig standen für das Programm anfangs einige
Schallplatten zur Verfügung, ansonsten war man sehr auf
Improvisationen angewiesen. Aus dieser Zeit stammen erste
Fotografien des Studios im Bunker. Gearbeitet wurde in einer
Baracke, die bereits zu Kriegszeiten in die Felsenhalle, damals 160
m², eingebaut wurde. In den insgesamt 7 Räumen herrschte
Sauerstoff-Mangel, was nicht selten bei den Mitarbeitern zu Übelkeit
und Kopfschmerzen führte.
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* Wie im Zuge
der Vorbereitungsarbeiten zur Sonderausstellung "Klagenfurt in
Schutt und Asche" 2008 von Zeitzeugen glaubhaft versichert wurde,
hat Gauleiter Dr. Friedrich Rainer die Anlage nie als Befehlsstelle
benützt.
(ergänzt 2009)